Es lebe der Kommunismus! Rot Front!

Der Mythos der „stalinistischen Säuberungen“

Die Märchenstunde westlicher Geschichtsschreiber in Bezug auf Stalin hat viele Kapitel. Nach dem Märchen des „Holodomor“ werden wir nun mit dem nächsten Mythos aufräumen.

Es werden im Laufe des Beitrages entscheidende Fragen auftauchen, die sich 99% der Historiker scheinbar nicht gestellt haben, sich geweigert haben diese zu stellen, oder sie durften diese Fragen nicht stellen.

Wir stellen nicht in Frage, dass diese Jahre des „Terrors“ und die anschließende Säuberung stattgefunden haben. Wir werden allerdings aufzeigen, wer die Verantwortlichen für die erste Phase waren und warum es notwendig wurde, dass die Phase 2, also die Säuberung, durchgeführt wurde.

unächst möchten wir mit zwei Zitaten beginnen, die Sie im Hinterkopf behalten sollten:

„So erinnere ich mich an Begegnungen, Gespräche mit Stalin, wie oft über bestimmte Themen – all das stieß auf taube Ohren! Wann habe ich angefangen, mich zu erinnern? Als sie anfingen, Stalin mit allerlei Schmutz zu überhäufen. Ich wundere mich nicht darüber, wie viele Menschen unter ihm gestorben sind, sondern darüber, wie er es geschafft hat, dem ein Ende zu setzen! Schließlich war die allgemeine Stimmung so, dass sie das halbe Land selbst mit ihren eigenen Händen hätten zerstören können. Und du denkst dir, der Teufel soll es holen, wie es in unserem Russland zugeht! Du denkst an vergangene Zeiten, an Peter den Großen, und du siehst: alles wiederholt sich. Die Geschichte wiederholt sich, vielleicht auf neue Weise, aber sie wiederholt sich doch. Mehr als einmal erinnerte ich mich daran, wie oft Stalin sagte, dass das Sein das Bewusstsein bestimmt, und das Bewusstsein hinter dem Sein zurückbleibt! Und mir kommt der Gedanke: Im Grunde genommen müssen wir doch kommunistisch denken. Aber es wird gedacht, wie im XVIII. Jahrhundert: wie man jemand anderen beiseite schiebt!“

Wjatscheslaw Molotow

„Lerne Selbstbeherrschung, lieber Genosse, sonst wirst du bei all deinen guten beruflichen Qualitäten nicht in der Lage sein, deinen Kopf zu bewahren: du wirst mein Schicksal wiederholen – du wirst entfernt werden, bevor du Zeit hast, die Mission zu erfüllen. Du siehst selbst, dass es unter den ‚Führern‘ der Partei keine bolschewistischen Kader gibt, die zur Führung fähig sind… aber die Mission des Bolschewismus muss fortgesetzt werden, sonst werden die Freimaurer und die von ihnen gefesselte, dummschwätzende Intelligenz das Volk völlig überrennen“.

Hinweis Wladimir Lenin an Stalin

Die Plenarsitzung vom 23.02.1937 – 05.03.1937 und der Beginn des „großen Terrors“

Stalin schlug dem Plenum ein sehr umfangreiches und detailliertes Programm für Reformen vor. Die Zielsetzung war es, alles beiseite zu legen, was in den Bürgerkriegen und nachfolgend bei den Ausbrüchen des Klassenkampfes geschah, einschließlich der Kollektivierung. Gelöst werden sollten die dringendsten ökonomischen Probleme und der Fokus sollte auf den Aufbau der Nation und der Einigung des Volkes gerichtet werden.

Die meisten Redner dieses Plenums waren Führer der regionalen und republikanischen Ebenen und diese äußerten sich praktisch überhaupt nicht zu dem von Stalin vorgeschlagenen Programm, sondern konzentrierten sich weiterhin darauf, den Klassenkampf zu proklamieren, und, dass dieser in ihren Regionen noch immer toben würde.

Am Vorabend des letzten Tages des Plenums richtete sich der erste Sekretär des westsibirischen Zentralkomitees, Robert Indrikowitsch Eiche, mit einem Brief direkt an die Politbüromitglieder. Er erklärte, dass in seiner Region eine große Verschwörung unter den Exil-Kulaken aufgedeckt wurde und forderte daraufhin dringend außerordentliche Maßnahmen. Eiche führte aus, dass auch die „Wirtschaftsführer“ ihrer Verantwortung nicht gerecht würden und kaum Informationen an das Zentralkomitee der Region weitergeben würden.

Betrachtet man allerdings „Stalins Verfassung“ von 1936, so wird klar, wer diese sogenannten „Wirtschaftsführer“ waren. Mit der Verfassung legte Stalin die gesamte Produktion und die Produktionsmittel in die Hände des Volkes.

Die sogenannten Stellvertreter der jeweiligen Produktionsstätten wurden weder von Stalin, noch von Mitgliedern des Politbüros ernannt, noch wurden dort Leute aus der „Elite“ aufgestellt. Die Arbeiter ernannten Menschen aus ihren eigenen Reihen zu ihren Stellvertretern. Dies stellte sicher, dass im Interesse der jeweiligen Kommune gewirtschaftet wurde, und somit für das eigene Land. Wenn ein Stellvertreter nicht im Interesse der Gemeinschaft und des Landes arbeitete, oder seiner Aufgabe nicht gerecht wurde, konnte er ausschließlich durch die Gemeinschaft mit sofortiger Wirkung entfernt werden.

❓️Wenn das nicht Demokratie ist, was ist dann Demokratie? Wen wählen Sie heute und wen können Sie „von unten“ heraus absetzen oder bestimmen?

❗️Diese Demokratie setzte sich durch die Einführung alternativer Wahlen im Jahr 1937 fort.

❓️Kann es also sein, dass Robert Indrikowitsch Eiche hier die Macht in den falschen Händen sah?

Hätten Stalin und das Politbüro diesen Brief ignoriert, hätte sich Robert Indrikowitsch Eiche damit direkt an das Plenum gewandt und das Kräfteverhältnis im Plenum war bereits klar. Deswegen stimmte das Politbüro der Schaffung von Notfallgremien in den Regionen zu, unter dem Vorbehalt, dass diese Gremien sich auf den Kern der Verschwörung konzentrieren müssen und sich das Politbüro das Recht vorbehält, die Anträge der Gremien zu reduzieren.

Das sind die berühmten Exekutionslisten. Und diese Listen kamen aus den Regionen von diesen Gremien und das einzige, was man im Politbüro noch tun konnte, war einige Namen von den Listen zu streichen.

Mit diesen Listen begann der große „Terror“. Und er begann vor allem deshalb, weil die meisten Parteiführer auf mittlerer Ebene Bürgerkriegsveteranen waren und nahezu allesamt waren Trotzkisten. Sie wussten wie man etwas zerstört, aber nicht, wie man etwas aufbaut.

Dies zeigte sich dann auch in der Praxis und diese Leute konzentrierten sich nicht auf den Kern der Verschwörung, sondern begannen den blutigen Terror gegen Einige anführer im Volk, die Armeeführung und die Armee.

Hier tauchen Fragen auf:

❓️Wenn Stalin doch der unangefochtene Alleinherrscher, Tyrann und Diktator war, weshalb musste er sich dem Druck der unteren Ebenen beugen?

❓️Warum wurde Stalins Anweisungen nicht folge geleistet?

❓️Welchen Sinn hätte es für Stalin gehabt, mitten in den Vorbereitungen auf einen großen Krieg (Hitler flog definitiv nicht unter dem Radar) seine Generalität und die Armee so immens zu schwächen?

❓️Hätte Stalin denn keine starke Armee benötigt, um seine angeblich angestrebte Expansion zu realisieren? Es ergibt ja nicht einmal im Verteidigungsfall einen Sinn, oder?

❓️Welchen Sinn hätte es für Stalin ergeben, mitten in den Kriegsvorbereitungen und mit dem Hintergrund des immer noch präsenten Bürgerkriegs, mit solchen Maßnahmen einen weiteren Bürgerkrieg und die Destabilisierung der Sowjetunion zu riskieren?

Es ergibt absolut keinen Sinn!

Der „große Terror“ war auch als „Jeschowschtschina“ bekannt, benannt nach dem damaligen NKWD-Führer Nikolai Jeschow. Unter ihm fand dieser „große Terror“ statt.

Stalin gelang es dann, Nikolai Jeschow durch Lawrenti Beria zu ersetzen und umgehend hörte der große Terror auf. Die Drahtzieher wurden zügig festgenommen, vor Gericht gestellt und ihrer Strafe zugeführt. Einer der ersten Verurteilten war Robert Indrikowitsch Eiche.

Es tauchen weitere Fragen auf:

❓️Wieso musste Stalin Jeschow ersetzen? Er hat doch die gestellten Aufgaben des angeblichen Alleinherrschers, Tyrannen und Diktator Stalin zu voller Zufriedenheit umgesetzt, oder nicht? Die Tötungsmaschinerie lief doch wie geschmiert?

❓️Wieso ließ Stalin Robert Indrikowitsch Eiche verurteilen? Auch er hat doch die Tötungsmaschinerie wie angeblich von Stalin gefordert am laufen gehalten.

❓️Warum beendete Stalin überhaupt diesen „großen Terror“, den er sich doch so sehr gewünscht hat?

Ganz einfach! Er konnte ihn nicht gebrauchen!

Noch heute wird gerne verschwiegen, wer für den „großen Terror“ in Moskau und in der Moskauer Region verantwortlich war. Es war kein geringerer, als Nikita Chruschtschow. Entgegen seiner Aussagen, er wäre dazu gezwungen worden, verfolgte er wie fast kein anderer diesen „großen Terror“ mit unglaublichem Ehrgeiz.

Als klar wurde, dass Stalin nun mit Beria gegen die Drahtzieher vorgehen wird, organisierte Nikita Sergejewitsch Chruschtschow unverzüglich die eigene Versetzung von Moskau nach Kiew, um sich der Verantwortung für den Terror in der Region Moskau zu entziehen.

Nachdem Stalin ermordet wurde, wurde Nikita Chruschtschow erster Sekretär der KPdSU und im selben Jahr wurde dann Lawrenti Beria ermordet. Derjenige, der ihn schwer hätte belasten können und ihn somit hätte politisch enthaupten können.

❓️Ziemlich viele zufällige Zufälle, nicht wahr?

❓️Woher stammen die Zahlen von 20 Mio – 60 Mio Toten unter Stalin?

❓️Wieso wurden diese Zahlen immer weiter nach unten korrigiert? Eventuell weil Sie erstunken und erlogen waren?

❓️Gibt es gesicherte Zahlen?

DIE GIBT ES! (Zwar gibt es Unstimmigkeiten bei dem veröffentlichten Dokument, weil es zwei Versionen gibt, allerdings stammen diese Zahlen aus Zeiten der Entstalinisierung in der man möglichst viel Schmutz auf Stalin schüttete)

In diesem Dokument heißt es, dass nach den Daten, die dem Innenministerium der UdSSR von 1921 bis 1953, dem OGPU-Kollegium, der Sondersitzung des NKWD, dem Ministerium für Staatssicherheit der UdSSR und dem Militärkollegium sowie den Gerichten, Militärgerichten und Troikas zur Verfügung standen, 3.777.380 Personen verurteilt wurden, darunter 642.980 Personen zur Todesstrafe. 2.369.220 Personen wurden zu Lager- und Gefängnisaufenthalten von bis zu 25 Jahren verurteilt, und 765.180 Personen wurden zu Verbannung und Deportation verurteilt.

In diesem Zusammenhang ist besonders hervorzuheben, dass die Sondersitzung des NKWD der UdSSR von November 1934 bis September 1953, die auf der Grundlage des Erlasses des Zentralen Exekutivkomitees und des Rates der Volkskommissare der UdSSR vom 5. November 1934 eingerichtet wurde, 442.531 Personen verurteilte. Davon wurden 10.101 Personen zur Todesstrafe, 360.921 Personen zu Gefängnisstrafen, 67.539 Personen zu Verbannung und Ausweisung innerhalb des Landes und 3970 Personen zu anderen Strafen, einschließlich Ausweisung ins Ausland und Zwangsbehandlung in psychiatrischen Kliniken, verurteilt.

Anfang Januar 1954 schickt der damalige Innenminister der UdSSR, Kruglow, das Schreiben Nr. 26/K an den Vorsitzenden des Ministerrats der UdSSR, Malenkow, und den Ersten Sekretär des Zentralkomitees der KPdSU, Nikita Chruschtschow, das eine Bescheinigung des Innenministeriums der UdSSR enthält, in der die genaue Zahl der wegen konterrevolutionärer und anderer besonders gefährlicher Staatsverbrechen verurteilten Personen aufgeführt ist.

Nach dieser Bescheinigung belief sich die Zahl der Verurteilten im Zeitraum vom 1. Januar 1921 bis zum 1. Juli 1953 auf 4.060.306 Personen. Diese Zahl setzt sich zusammen aus den bereits erwähnten 3.777.380 Personen, die wegen konterrevolutionärer Verbrechen verurteilt wurden, und 282.926 Personen, die wegen anderer besonders schwerer Staatsverbrechen, u. a. gemäß Artikel 59 des Strafgesetzbuches (besonders gefährliches Banditentum) und Artikel 193 UK (Militärspionage), verurteilt wurden.

Die Gesamtzahlen für den Zeitraum von 1921 bis zur ersten Hälfte des Jahres 1953 lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Die Gesamtzahl der Angeklagten: 4,060,306.

Die Gesamtzahl der zur Todesstrafe Verurteilten: 799,455.

Die Gesamtzahl der Verurteilten zu Freiheitsstrafen: 2.634.397.

Die Gesamtzahl der zu Verbannung Verurteilten: 413.512.

Die Gesamtzahl der Verurteilungen durch andere Maßnahmen: 215,942.

Befehl von Nikolai Jeschow

„NKWD-Chef Nikolaj Jeschow am 30. Juli 1937 unterzeichneten und einen Tag später vom Politbüro bestätigten Befehl № 00447 „Über die Operation zur Repression ehemaliger Kulaken, Krimineller und anderer antisowjetischer Elemente“. Damit kann praktisch jeder Sowjetbürger zum sogenannten „Volksfeind“ erklärt werden.
Für die einzelnen Republiken, Gebiete und Kreise der Sowjetunion legt der Befehl Kontingente fest – um den Plan zu erfüllen, kommt es massenhaft zu willkürlichen Verhaftungen und Verurteilungen.“

Das Politbüro bestätigte diesen Befehl mit einem eigenen Erlass.

Beschäftigt man sich nun mit den originalen Dokumenten, so stellt man fest, dass es hauptsächlich um Arbeitslager geht und dass die „Gefährder“ in Gruppen unterteilt werden.

Lediglich die Gruppe 1 kann exekutiert werden und ausschließlich die Trojka (drei vor Ort vom Volk ausgesuchten Kommissare) entscheiden darüber ob jemand exekutiert wird oder nicht.

Keine einzige von diesen Listen unterschrieb Stalin persönlich.

Das Politbüro hatte die Möglichkeit (so wie wir es vorher geschrieben haben) diese Listen zu kürzen. Sie mussten vom Politbüro nicht einmal bestätigt werden!

Die Erwartung dahinter war, dass man vor Ort die Menschen besser kennt und die Erschießung als das härteste Mittel nur selten nötig sein wird.

Der Druck auf die Trojkas vor Ort, seitens NKWD und speziell von Jeschow, wurde durch die Quoten eingeführt. Und so nahm es seinen Lauf.

In der Realität war es also so, dass Josef Wissarionowitsch Stalin überhaupt nicht von den unteren Ebenen und den Gremien vor Ort über das tatsächliche Ausmaß informiert wurde, was neues Archivmaterial belegt.

FAZIT: Die größten Opferzahlen stammen aus der Zeit des „großen Terrors“ (Angeführt und durchgesetzt von Nikolai Jeschow und Nikita Chruschtschow) und nicht aus den Jahren zuvor oder aus den Zeiten der stalinistischen Säuberungen ab 1938.

Das Politbüro, welches Stalin damals anführte, bestätigte lediglich den Befehl, worin die Möglichkeit existierte, dass die drei vor Ort vom Volk gewählten (aus eigenen Reihen) Kommissare die Todesstrafe bei besonderen schwere der Schuld verhängen könnten.

Das Ziel des Erlasses vom Politbüro war es, die Volksverräter zur Arbeit zu zwingen (so moralisch verwerflich wie es heute auch klingen mag, damals waren etwas andere Zeiten.)

Was daraus die Trotzkisten gemacht haben (ohne die oberste Führung vollständig einzuweihen) seht ihr an den Zahlen.